Grundsätzlich muß der Auftraggeber die Höhe, in welcher er das Zurückbehaltungsrecht wegen Mängeln geltend macht, nicht beziffern. Er muß die Höhe auch nicht begründen. Der Unternehmer ist zur Vorleistung verpflichtet , und das Gesetz sagt ganz einfach, daß der Besteller seine Leistung verweigern kann, bis die Gegenleistung erbracht ist. Eine betragsmäßige Beschränkung auf den noch fehlenden Teil der Leistung des Unternehmers, hier auf die Kosten der Mängelbeseitigung, sieht das Gesetz nicht vor (§ 320 (1) BGB). Andererseits billigt der Gesetzgeber die Ausübung auch dieses Rechts nur in dem Umfang, in dem der Besteller auf die Geltendmachung zur Wahrung seiner berechtigten Interessen wirklich angewiesen ist. Das kann er aber meistens gar nicht beurteilen, weil er nicht weiß, welcher Aufwand erderlich ist. Der Unternehmer ist da viel näher dran. Der Unternehmer muß also, wenn er meint, daß der Auftraggeber einen zu hohen Betrag zurückhalte, darlegen und beweisen, daß ein geringerer Betrag ausreichend ist.

(BGH, Urteil vom 04.07.1996 – VII ZR 125/95 – ; Urteil vom 06.12.2007 – VII ZR 125/06 -)

Von dem wendigen Betrag kann der Auftraggeber mindestens das Dreifache einbehalten – Druckzuschlag –
(§ 641 (3) BGB).