Der gewerbliche Käufer einer Lichtrufanlage für ein Altenheim hatte den Lieferanten zur Beseitigung eines angeblichen Mangels aufgedert. Dessen Reparaturservice stellte vor Ort fest, daß kein Mangel vorlag; lediglich eine Kabelverbindung war unterbrochen.

Der Bundesgerichtshof betont das uneingeschränkte Recht des Käufers, die Mangelhaftigkeit der Kaufsache zu rügen, nur darf er dabei nicht fahrlässig die Feststellung eigener Verursachung des Mangels unterlassen haben. Hier, so der Bundesgerichtshof, hätte der Käufer, eine Fachfirma, bei einer Untersuchung aus Anlaß des Mangels die Ursache direkt erkennen können. Er schuldet dem Lieferanten Ersatz der Untersuchungskosten.

Diese Entscheidung zu einem Kaufvertrag läßt sich ohne weiteres auch auf einen Bauwerkvertrag übertragen. Also, Bauherrn, aufgepaßt! Mängelrügen, für die erkennbar kein Anlaß besteht, können teuer werden. Wenn Sie wissen oder fahrlässig nicht erkennen, daß überhaupt kein Mangel vorliegt oder Sie den Schaden selbst verursacht haben, müssen Sie dem Auftragnehmer, der dies auf Ihre Mängelanzeige hin feststellt, seinen Aufwand bezahlen (§§ 280 (1), 249 ff. BGB).

– BGH, Urteil vom 23.01.2008 – VIII ZR 246/06 –