Eine häufig auftauchende Frage: findet bei Bedarfspositionen der Preisanpassungsmechanismuns des § 2 Nr. 3 VOB/B Anwendung? Den Begriff Bedarfsposition verwendet die VOB/A gleichbedeutend mit dem Begriff Eventualposition (§ 9 Nr. 1 Satz 2 VOB/A). Bedarfspositionen dürfen nur ausnahmsweise in die Leistungsbeschreibung aufgenommen war (Kapellmann/Schiffers, Vergütung, Nachträge, Bd. I, Rz. 594), allerdings nur bezüglich der prozentualen Anteile für Baustellengemeinkosten, Allgemeine Geschäftskosten und für Wagnis und Gewinn (Ingenstau/Korbion, VOB, 16.Aufl. § 2 Nr. 3 VOB/B, Rz. 26). Das muß u. E. auch dann geltend, wenn ein rein fiktiver Mengensatz ohne realen Bezug zur tatsächlichen Leistungsmenge vorangestellt ist. Wenn später das Aufmaß um das Vielfache hiervon abweicht, wird deutlich, daß der Mengenansatz im LV keine Grundlage für eine leistungsbezogene Kalkulation sein konnte. Redlicherweise hätte die Position mit 1 Einheit ausgeschrieben werden müssen. In einem solchen Fall kann sich der Auftraggeber nicht darauf berufen, er habe die Position mit einem Mengenansatz versehen, und deswegen komme § 2 Nr. 3 VOB/B uneingeschränkt zur Anwendung. Eine Preisanpassung ist auch in einem solchen Falle allenfalls hinsichtlich der Baustellengemeinkosten, AGK und W+G vertretbar. Wenn Sie in diesem Zusammenhang Fragen haben, beraten wir Sie umfassend und kompetent. Rufen Sie an und vereinbaren Sie mit uns Termin.